DIE ÜBERQUERUNG DES NIAGARA
von Alonso Alegría
Der Seiltänzer Blondin ist berühmt für seine waghalsigen Überquerungen des Niagara. Nach seiner letzten Überquerung, bei der er auf dem Seil Eier gebraten und verspeist hat, erhält er Besuch vom jungen Carlo, der ihn eingehend beobachtet hat. Carlo wirft Blondin Betrug vor, er will, dass Blondin sich wieder auf seine Kunst einlässt und neue Grenzen auslotet. Er brauche das Seil nicht, er könne auch fliegen.
Nachdem Blondin den Jungen zuerst abweist, sich ihm aber letztlich nicht entziehen kann, macht er ihm den Vorschlag, den Niagara gemeinsam zu überqueren – Blondin will Carlo bei der nächsten Überquerung auf seinen Schultern tragen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Trainingsverlauf verstehen die beiden endlich, worauf es bei diesem gefährlichen Unterfangen ankommt: sie müssen ein Gleichgewicht herstellen, eins werden. Aus der Zusammenarbeit entsteht Ikaroteros, die Manifestation der Harmonie zwischen den beiden aber auch ihrer beider Sehnsucht.
Kann dieser Drahtseilakt gelingen? Oder bleibt alles nur ein Traum, der aber unbedingt geträumt werden muss?
Alonso Alegría betrachtet in seinem Stück (1969) das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis, zwischen Körper und Geist, zwischen einem jugendlichen Idealismus und dem Pragmatismus der Erwachsenen, zwischen zwei Generationen. Zwei sehr unterschiedliche Einzelgänger lassen sich aufeinander ein, um gemeinsam etwas ‚wirklich Neues‘ zu gestalten. Die Konflikte zwischen beiden erzeugen eine eigene Poesie.
Das Stück basiert auf der historischen Person Charles Blondin (1824 – 1897), dem zur damaligen Zeit berühmtesten Hochseilartisten, der mehrfach die Niagara-Fälle mit spektakulären Nummern überquert hat, erstmals auch mit einer zweiten Person auf dem Rücken.
05 Juni 2026 | 19:30 | Premiere
06 Juni 2026 | 19:30
13 Juni 2026 | 19:30
14 Juni 2026 | 16:00
Kulturscheune Ribbeck
Am Birnbaum 15
14641 Ribbeck | Havelland
Reservierung
tickets@theater.land
BESETZUNG
Ilja Schierbaum
Frix Mertin
Regie & Produktionsleitung: Wolfram Scheller
Dramaturgie: aki nom
Bühne & Kostüm: Barbara Schiffner
Licht & Ton: Paul Klinder